Voice Shopping – Spracheinkauf

Vor dem Voice Shopping ging man….Einkaufen und zwar heute anders als früher! Damals, vorm großen Kartoffelkrieg, als Großvater noch den Acker mit den bloßen Händen umgraben musste, lief man hunderte Kilometer in Eiseskälte und ohne Schuhe oder gar Beine übers platte Land, gab beim grimmigen Ladenhüter die Bestellung auf um anschließend von Mutti einen Anschiss zu bekommen weil man die Milch vergessen hat.

Irgendwann später gab es dann den Supermarkt, den man mit seinem frisch auf Pump erworbenen 35 PS Japaner anfahren konnte. Dort gab es Waren einer solchen Fülle, das man seine dicken Kinder im Einkaufswagen platzieren konnte um die nötigen Grundnahrungsmittel (Haarspray, Bier, Chips, Negerküsse…damals hießen die so, ohne jegliche Hintergedanken) für ein friedliches Familienleben in Großpackungen in den Rolldrahtkorb zu verfrachten und beim Bohlen-Sound nach Hause zu karren.

Internet of Shopping

Icon Internet of Shopping
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Als das Internet seinen Weg in die Haushalte fand, wurde aus Pause > Chillen und aus Einkaufen > Shopping. Es ist das gleiche gemeint, aber eben viel cooler!? Egal… In jedem Fall wollte man nicht mehr Shoppen indem man sich durch Menschenmengen wuselt, sondern bequem per Internetcouch (Voice Shopping) und dubiose Abrechnungsmethoden hindurch seinen Kommerzwahn frönen. Sodann das der unterbezahlte Migranten-Paketbote möglichst noch am gleichen Tag die Treppe hochhechtet um die neuste Apfelschälmaschine in Empfang nehmen zu können.

Internet of Voice

Die Couch-Internet-Shopping, lässt sich nun noch in der Form optimieren, als man sich nicht mal mehr die Mühe machen muss irgendein Gerät in die Hand nehmen zu müssen um zu shoppen. Es reicht die große Klappe! (Ein „Brüller“… an dieser Stelle!?)

Amazon Echo Dot Schwarz
Kleiner Bruder – Amazon Echo Dot

Amazon Echo macht es vor. Durch diesen Sprachassistenten lässt sich im Internet of Voice per Sprache auf Amazon.de einkaufen. Dies funktioniert zwar noch nicht sonderlich menschenfreundlich und auch ist auch noch nicht wirklich effizient aber funktionieren tut es dennoch. Damit legt Amazon die Messlatte für den Handel im Internet ein großes Stück höher und die Konkurrenz muss in den nächsten Monaten und Jahren aufpassen nicht 2016 zu bleiben.

Voice Shopping

…heißt, dass verschiedene Komponenten ineinandergreifen müssen um gut funktionieren zu können. Dies beginnt natürlich mit dem Internet. Ohne das Internet als Kommunikationskanal kann man sich den Weg zum Laden nicht sparen. 2016 und davor war die Schnittstelle zwischen Mensch und Ware die Internetseite. Mit einem Shopping-Sprachassistenten wie z.B den Amazon Echo ändert sich das fundamental. Hier wird das Endgerät zum Verkäufer. Denn diese Geräte haben keinen Bildschirm, sind Bildschirmlos und ersetzen sowohl Internetadresse als auch visuelle Medien.

Der Sprachassistent muss also das leisten, was zuvor die Internetseite geleistet hat. Dies stellt gänzlich neue Herausforderungen an die Shoppingmacher und an das Marketing.

Sobald ein Sprachassistent des Nutzers eine Verbindung zum Internet hergestellt hat und auch eine Verbindung zu einem Shop hergestellt hat, braucht der Sprachassistent Antwortroutinen die es ihm möglich machen eine vernünftige Beratung, Preisauskunft und einen effizienten Einkauf zu gewährleisten. Dazu zählt z.B auch das Bezahlen bzw. Inkasso und natürlich die Lieferung. Gleiches gilt für ein entsprechendes Retourenhandling. Hinzu kommen die Dinge die der Nutzer fordert wie z.B Rezensionen, Bewertungen, Preisvergleiche, Produktvorschläge, Kommunikation mit dem Verkäufer oder Support, etc.

Die Varianz der Sprache muss beim Einkauf groß sein und besonders bei Variantenartikeln muss der Sprachassistent z.B nachfragen wie z.B bei der Größe einer Bluse oder dem Liefertagwunsch. Der Aufwand ist also nicht besonders klein, da auch bereits vorhandene Antworten in Form von Text neu auf die Sprache hin optimiert werden müssen. Ebenso müssen visuelle Medien irgendwie in Sprachform gebracht werden oder zumindest durch senden an ein visuelles Ausgabemedium sichtbar gemacht werden.

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Unabdingbar beim Voice Shopping ist in jedem Fall die Sicherheit des Geldtransportes und die Eindeutigkeit des Kaufes. Schließlich könnte es doch arg teuer werden wenn die dicke Nachbarin durch die Papierwände der 20qm Mietswohnung mal eben 10 paar neue Schuhe ordert. Ebenso dürften Fehlbestellungen wegen fehlender Genauigkeit beim Kauf auf allen Seiten ein großes Ärgernis sein. Der Sprachassistent muss durch Rückfragen in jedem Fall verifizieren „ob alles stimmt“ und dafür sorgen dass der Besteller in Person auch wirklich für den entsprechenden Kauf autorisiert ist. Dies bedarf natürlich am ehesten eines Stimmabdrucks, so wie heute schon Fingerabdrücke möglich sind.

Zu einem Medienbruch kommt es beim Voice Shopping spätestens, wenn doch mal ein Mensch am anderen Ende Dasein muss. Daher ist es mehr als sinnvoll die Telefonie ebenfalls in den Sprachassistenten zu integrieren. Erst dann entsteht eigentlich ein Sprach-Ökosystem welches im Ganzen harmonisch ist und den großen Ansprüchen beim Interneteinkauf gerecht wird.

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