Smart Home im Internet der Dinge und der Sprache

Die Begriffe Smart Home und Smart Work nehmen in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung zu. Was vor einigen Jahren noch völlige Fiktion war, ist heute ein wahrgewordener Traum. Menschen können von unterwegs ihr Zuhause steuern – mit Hilfe des Internets.

Icon Smart Home
Icons made by Freepik

Ein vergessenes Fenster oder eine nicht abgestellte Heizung sind kein Problem. Ein, zwei Klicks und das Problem ist gelöst. Der Hauptnutzen solcher Smart Home bzw. Smart Work Systeme soll das Energiesparen sein. Die Wohnung muss nicht den ganzen Tag beheizt werden, es reicht, wenn der Nutzer die Heizung eine Stunde vor Ankunft anschaltet. Doch das Energiesparen ist längst nicht der einzige Grund für solch ein System, den Nutzern geht es vor allem um Komfort. Ein digitaler Sprachassistent erweitert dann das eigene digitale Zuhause und macht es aus Sicht der Technik komplett.

Was kann ein digitaler Sprachassistent im Smart Home?

Ein Sprachassistent soll der Benutzer bei seinen täglichen Aufgaben unterstützen. Das beginnt zum Beispiel schon am Frühstückstisch mit dem Abrufen der neuen E-Mails oder dem Vorlesen von bestimmten Nachrichten oder Informationen zum Verkehr. Diese künstliche Intelligenz ist 24 Stunden am Tag mit dem Internet verbunden, denn sie muss auf jede Frage des Nutzers die passende Antwort finden. Um diese Antworten so perfekt und individuell wie möglich zu gestalten, sind viele Informationen notwendig, wirklich sehr viele. Es wird ausgewertet, was der Kunde fragt und was das System ihm darauf antwortet. So optimieren Programme wie Siri, Cortana oder der google Assistant ihre Software durch die ständige Aufnahme und Auswertung der Sprache.

Amazon Echo Dot Schwarz
Die Qautschdose ersetzt die Hand

Ein Sprachassistent im Smart Home hört also dauerhaft zu. Das ist einerseits natürlich sehr praktisch, denn man möchte nicht jedes Mal bei einem Befehl auf einen Kopf drücken. Man spricht einfach mit dem Gerät, als würde es sich dabei um eine andere Person handeln. Diese hört zu und führt ihr bekannte Anweisungen aus. Gruselig wird es, wenn diese Geräte auf eigene Faust agieren. Dabei handelt es sich um Fehler in der Software. So kann zum Beispiel bei einem falschen Geräusch das Voice Search unabsichtlich ausgelöst werden, was einige Nutzer sicher erschrecken mag. Solch eine künstliche Intelligenz wie Siri, Cortana oder der google Assistant finden oft auch Anschluss zum Fernseher oder anderen Multimediageräten. So kann durch die Ansage „Zeige Walking Dead“ ganz einfach der Fernseher mit der Lieblingsserie gestartet werden. Ohne einen Knopf zu drücken.

Doch das ist längst nicht alle, wozu das Internet of Voice heute fähig ist. Der Goldstandard in dieser Technologie ist die Verbindung dieser Systeme an Küchengeräte oder andere Anlagen im eigenen Haus, die gesteuert werden können. So kann zum Beispiel der Ofen durch einen einfachen Satz wie „Hey Siri, heize den Ofen auf 180 Grad Umluft vor“ aktiviert werden. Dazu benötigt man natürlich einen ganz speziellen Ofen und auch einen guten Sprachassistenten. Doch das ist längst nicht alles – der Benutzer kann Licht bzw. bestimmte Geräte ein- und ausschalten, er kann Rollläden schließen und öffnen oder Eiswürfel im Kühlschrank herstellen.

Werbung

Wie kompatibel sind Geräte miteinander und mit Smart-Home Lösungen?

Icon Verteiler
Icon made by Madebyoliver

Bei Smart Home Lösungen werden alle Geräte von einem „Verteiler“ gesteuert. Dabei handelt es sich um eine kleine Box, die mit einem LAN-Kabel an das Internet verbunden wird. Diese Box stellt dann über WLAN eine Verbindung zu allen Geräten her, die gesteuert werden müssen: Ofen, Kühlschrank, Thermostat an der Heizung, Steckdose und vieles mehr. Eben alles, was der Benutzer von Unterwegs oder mit seiner Stimme steuern möchte. Die zwingende Voraussetzung für die Funktionalität ist natürlich die WLAN-Funktion all dieser Geräte, da diese damit gesteuert werden. Die Geräte müssen auch mit dem Verteiler kommunizieren können, da sonst keine Verbindung hergestellt werden kann. Nicht alle Geräte sind miteinander kompatibel, es ist ratsam immer Geräte des selben Herstellers miteinander zu verbinden.

Für die Steuerung mit der eigenen Stimme oder die Benutzung des Voice Search muss der Sprachassistent ebenfalls mit diesem Verteiler kommunizieren können, was nicht immer der Fall ist. Informationen über Kompatibilitäten und Anschlüsse sind in der Regel auf der Webseite des Herstellers einsehbar.

Shoppen durch Sprechen – das Voice Shopping

Keine besondere Hilfestellung bietet das sogenannte Voice Shopping für Shopaholics im Smart Home. Dabei kann einfach mit der Sprache ein bestimmter Artikel nachbestellt werden, ohne dabei den Computer oder das Smartphone benutzen zu müssen. Diesen Trend hat Amazon ins Laufen gebracht, in dem das Unternehmen kleine Buttons für bestimmte Produkte verkauft hat, wie zum Beispiel Waschmittel oder Hundefutter. Neigt sich der Inhalt dem Ende zu, so wird der Button gedrückt und eine neue Lieferung ist unterwegs. Wie gewohnt kommt diese dann am nächsten, spätestens jedoch am übernächsten Tag zu Hause an. Das funktioniert ohne Computer und ohne Smartphone – ein Knopfdruck genügt. Heute ist nicht einmal dieser Knopfdruck notwendig. Es genügt zu sagen „Hey Google, bestellt mir bei Amazon Waschpulver von XXX“. Möglicherweise trägt der Assistent den Benutzer noch nach der Größe oder schlägt ihm verschiedene Preise vor, danach ist die Bestellung aufgegeben. Dazu benötigt das Gerät natürlich ebenfalls 24 Stunden am Tag den Zugang zum Internet.

Wird das Internet of Things den Menschen nach und nach ersetzen?

Unter dem sogenannten Internet of Things versteht man in der Regel die Vision, dass das Internet in naher Zukunft stark automatisiert sein wird, um dem Menschen so viel Arbeit abzunehmen, wie möglich. Das bedeutet, dass Google-Suchen noch individueller angepasst werden und dass Nutzer sich nicht mehr selbst um die Aufgabe von Bestellungen oder das Beantworten von E-Mails kümmern müssen, das Internet erledigt dies von alleine. Ganz ersetzen wird es den Menschen nie – es gibt immer Situationen und Bereiche, in denen eine Einschätzung durch den Menschen unabdingbar ist. Das gilt vor allem bei Gefahrensituationen oder Konflikten. Nicht jeder Konflikt muss unbedingt nach Regeln gelöst werden, oft einigen sich zwei Parteien ohne die Befolgung von Richtlinien. In solchen Fällen müssen Mitarbeiter eingreifen. Beim Internet of Voice geht es dahingegen um die Challenge, so viel wie möglich im Internet durch die eigene Sprache zu steuern.

Wie gefährlich sind Smart Home Systeme in Verbindung mit Sprachassistenten?

Icon Sicherheit
Icons made by Freepik

Die Gefahr von Smart Home Systeme (und diesen in Verbindung mit einem Voice Assistenten) werden oft unterschätzt. Diese Geräte sind immer mit dem Internet verbunden. Das ist notwendig, um alle Funktionen uneingeschränkt nutzen zu können. So muss sich der Kunde allerdings auch immer in seinem Konto eingeloggt befinden, um Artikel zu bestellen. Damit diese Funktion nicht betrügerisch ausgenutzt wird, findet vor der Bestellung noch oft eine Prüfung einiger persönlicher Angaben statt. Dazu gehört zum Beispiel das Geburtsdatum, die Adresse oder die letzten Ziffern der Bank- oder Kreditkarten. Ob diese Abfrage der persönlichen Daten einen optimalen Schutz darstellt, ist sehr fraglich. Eine andere Möglichkeit wäre das Aussprechen des eigenen Kennwortes, allerdings ist dies sehr unsicher und möglicherweise nicht im Beisein anderer Menschen möglich bzw. erwünscht.

Einen anderen Aspekt stellt der Datenschutz dar. Schon bei Sony hatte es einen riesigen Skandal mit der Einführung des Smart-TVs gegeben, als bekannt wurde, dass dieser für die Sprachsteuerung dauerhaft alles in seiner Umgebung aufnimmt. Es ist natürlich klar, dass für eine Sprachsteuerung die Umgebung aufgenommen werden muss, allerdings hatte der Hersteller nicht davor gewarnt. Heute sieht es nicht anders aus – für die Auswertung der Sprache muss diese dauerhaft aufgenommen werden. Selbstverständlich lässt sich das Gerät auf Knopfdruck ausschalten, allerdings wird kaum jemand seinen Sprachassistenten im Smart Home mehrere Male am Tag ein- und ausschalten. Wer seine Daten möglichst gut schützen möchte, sollte daher auf eine sichere WLAN-Verbindung achten. Dazu zählt in erster Linie ein sicheres Kennwort mit vielen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Ist die WLAN-Verbindung nämlich ein Mal geknackt, so haben Fremde Zugriff auf alle Daten und können das komplette Haus fernsteuern. Damit sind Einbrüche und Diebstähle nicht ausgeschlossen.

Die Verbindung eines Smart-Home Systems mit einem Sprachassistenten stellt die Zukunft vor eine schwierige Entscheidung: ist eine Automatisierung des eigenen Zuhause bei einem optimalen Datenschutz möglich oder muss dieser darunter leiden? Bis jetzt hat sich in diesem Bereich kein Kompromiss ergeben. Es ist jedoch absehbar, dass dieses Thema in naher Zukunft noch oft diskutiert und überarbeitet wird. Zum aktuellen Zeitpunkt bieten Smart-Home Systeme mit Voice-Steuerung tolle Möglichkeiten und vereinfachen das alltägliche Leben. Allerdings stehen die hohen Anschaffungskosten für Smart Home  leider in keinem guten Verhältnis zum Nutzen.

Werbung