Künstliche Intelligenz

Die künstliche Intelligenz begegnet uns immer häufiger in alltäglichen Situationen. Diese fangen an mit dem Smartphone und hören auf mit dem Smart-Home, dem eigenen Zuhause. In naher Zukunft soll es immer mehr Roboter geben, die mit dem Menschen und untereinander interagieren müssen.

Damit diese Abläufe reibungslos funktionieren, bauen Forscher immer genauer und präziser künstliche Intelligenzen.

Was genau versteht man unter einer künstlichen Intelligenz?

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Die Erstellung einer künstlichen Intelligenz bezeichnet in der Regel das Vorhaben, einen Computer so zu bauen oder zu programmieren, dass er Probleme eigenständig lösen kann. Das bedeutet, dass der Computer auf eine sehr große Anzahl von Problemen vorbereitet werden muss, da er für sich keine Entscheidungen treffen kann. Wird der Computer oder ein Roboter mit einem Problem konfrontiert, für das er keine programmierte Lösung besitzt, so wird der Mensch eingreifen müssen. Um dieses ständige Eingreifen zu verhindern, arbeiten Forscher immer stärker an künstlichen Intelligenzen. Diese Forschung und Entwicklung sind sehr komplex – der Computer muss auf Millionen und Milliarden verschiedener Anfragen passend reagieren können. In die Erstellung einer künstlichen Intelligenz fließen viele verschiedene Gebiete der Wissenschaften mit ein. Darunter steht an erster Stelle die Mathematik und die Kommunikationswissenschaft. Alle Anweisungen, die der Computer ausführt, werden vorher auf eine Art und Weise berechnet. Die Ausgabe einer Meldung an den Benutzer erfolgt in der Regel durch Sprache oder durch Text. Des Weiteren kommen noch Logik und Linguistik hinzu. Die Linguistik lässt den Roboter sprechen. Implementierungen, die Menschen täglich benutzen, finden sich im Smartphones bei den Sprachassistenten. So hilft Apples Siri bei Aufgaben wie der Suche nach einem Lokal oder dem Erstellen eines Ereignisses im Kalender. Und das alles funktioniert nur, indem der Benutzer mit Siri spricht und Siri dem Benutzer antwortet. Die Logik ist dabei schon etwas schwieriger zu gestalten. Hier stützen sich Forscher auf Denkprozesse aus dem Gehirn und versuchen diese im Computer ebenfalls zu implementieren.

Die Geschichte der künstlichen Intelligenz begann vor etwas fünfzig Jahren. Wie auch viele andere Entwicklungen, die heute zum Standard gehören, wurde auch die künstliche Intelligenz zuerst durch Bücher und Filme bekannt. Autoren und Regisseure drehten Filme, in denen Roboter mit Menschen sprachen und Dinge ausführten – zur damaligen Zeit noch ein Hirngespinst und völlig unvorstellbar. Doch nicht lange mussten die Menschen auf den ersten Roboter ihrer Art warten. Im Jahre 1960 wurde von Weizenbaum ein Programm zur Simulation eines Psychotherapeuten entwickelt. Das Programm konnte zwar nicht zuhören, hat aber unterschiedliche Antworten von sich gegeben – und die Menschen waren überzeugt. So überzeugt, dass sogar der Erfinder von seinem Programm fasziniert war. Einige Jahre später folgten weitere Entwicklungen solcher autonomer Programme, damals wurden diese meist in der Medizin eingesetzt. Es hatte sich herausgestellt, dass ein gut programmiertes System einen Laien, der erst angelernt werden muss, ersetzen kann.

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Zuletzt stellte vor drei Jahren Google sein Roboterauto unter dem Namen Google Driveless Car einer Gruppe von Journalisten vor. Bei dieser Entwicklung handelt es sich um einen unglaublichen großen Sprung, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung vor erst fünfzig Jahren begonnen hat.

Eine echte künstliche Intelligenz wurde im März 2016 bei einem Schachspiel implementiert und besiegte den bis dahin weltbesten Schachspieler in nur wenigen Zügen. Das System rechnet als möglichen Züge mit einem speziellen Algorithmus durch und entscheidet sich dann für den richtigen.

Microsoft erlebte eine Panne mit seinem Chat-Bot in einem Twitter Account. Die Idee war eigentlich, den Chat-Bot, eine Art Chat-Roboter von verschiedenen Foren lernen zu lassen und den Bot selbst twittern zu lassen. Das Anlernen und Twittern funktionierte tadellos, allerdings waren die Tweets eher weniger erfreulich. Leider steckten in den Foren, aus welchen der Bot lernte viele frauenfeindliche und rassistische Kommentare, sodass der Bot auch solche Posts erstellte. Daraufhin stellt Microsoft diesen Account nach nur 24 Stunden wieder ein. Dieses Beispiel zeigt jedoch, wie gut die künstliche Intelligenz in diesem Fall funktioniert hat. Die Tweets waren grammatikalisch richtig und haben sich dem Niveau angepasst, an dem sie auch gelernt wurden.

Wie wird eine künstliche Intelligenz getestet?

Um angeben zu können, wie gut oder wie schlecht eine künstliche Intelligenz ihre Arbeit erfüllt, wird der sogenannte Turing-Test benutzt. Alan Turing hatte einen einfachen Vorschlag für solch einen Test: Ein Mensch gibt Fragen in ein Terminal ein und erhält Antworten. Dabei weiß er nicht, ob die Antworten von einem Menschen oder einer Maschine kommen. Daraufhin kann der Tester die Qualität der Antworten bewerten und entscheiden, ob es sich um einen Menschen oder um eine Maschine gehandelt hat.

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In welchen Bereichen wird die künstliche Intelligenz bereits standardmäßig verwendet?

Es existiert kaum ein Bereich des Lebens, der nicht von einer künstlichen Intelligenz überwacht oder gesteuert wird. Jedes Mal, wenn ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug fährt, erhält er Hilfe von Computern und Robotern. In den meisten neuen Autos ist ein Assistent zum toten Winkel verbaut, welcher den Fahrer vor Fahrzeugen im Toten Winkel des Seitenspiegels warnt. Moderne Autos verfügen über automatische Systeme zum Einparken oder zum Abbremsen in gefährlichen Situationen. Somit ist die künstliche Intelligenz der alltägliche Begleiter beim Autofahren. Das automatische Einparken ist dabei seine Klasse für sich. Der Computer im Auto muss durch komplizierte Berechnungen zuerst bestimmen, ob die Parklücke groß genug für das Auto ist. Danach gibt der Fahrer zwar Gas und Schaltet vom ersten Gang in den Rückwärtsgang, das Lenken übernimmt jedoch das Auto. Jemand, der schon einmal in eine enge Lücke rückwärts eingeparkt hat, kann nachvollziehen, wie komplex diese Technik sein muss.

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Wer gerne Computerspiele spielt, hat möglicherweise festgestellt, dass Gegner immer schlauer werden. Sie verstecken sich und lernen aus dem eigenen Spielverhalten. Hinter diesem schlauen Lernverhalten ist eine ausgesprochen komplexe künstliche Intelligenz programmiert, die alle Entscheidungen des Spielers analysiert und daraus bestimmte Vorgehensweisen für den Gegner berechnet. Damit wird nicht nur der Schwierigkeitsgrad erhöht, sondern natürlich auch das Spielerlebnis gestärkt.

Ein unglaublich wichtiges Einsatzgebiet von künstlichen Intelligenzen ist die Sicherheit. Viele Sicherheitssysteme basieren auf Algorithmen, welche unterscheiden können, ob eine Person Zugriff auf Daten erhält oder nicht. Diese Systeme haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und sind heute so sicher wie nie zuvor.

Das Smartphone unterstützt seinen Benutzer täglich beim Schreiben von Nachrichten und E-Mails durch eine automatische Korrektur. Schon während der Nutzer schreibt, erkennt das Smartphone falsche Wörter oder grammatikalisch falsche Sätze und ändert diese automatisch ab. Diese Sprachkorrektur lernt ebenfalls neue Wörter oder Abkürzungen, die der Nutzer häufig nutzt und passt sich somit individuell jedem Menschen an.

Kann eine künstliche Intelligenz den Menschen ersetzen?

Das ist die Frage, die in letzter Zeit immer öfter aufkommt – werden Computer und Roboter je den Menschen ersetzen können? Obwohl die umfassende Antwort auf diese Frage nicht einfach ist, kann man davon ausgehen, dass ein vollständiger Ersatz nie stattfinden wird. Der Computer oder der Roboter wird ja vom Menschen programmiert. Um Entscheidungen zu treffen, kann der Menschen nachdenken und überlegen, manchmal hört er mehr auf sein Herz, als auf seinen Verstand. Diese Art der Logik ist nur sehr schwer am Computer umsetzbar. Ein Algorithmus folgt seinem Programmcode. Tritt ein Fall ein, so wird eine Aktion ausgeführt – hier gibt es kein Überlegen, ob diese Aktion gut für die Umwelt oder für andere Mitmenschen ist. Um viele verschiedene

Antworten geben zu können, muss der Computer auch entsprechend komplex programmiert sein und auf jede mögliche Frage und Entscheidung vorbereitet sein, was in naher Zukunft noch unmöglich ist. Solch eine komplexe Programmierung bedarf der Arbeit von vielen Menschen und einigen Jahrzehnten an Zeit. Allerdings ist es absehbar, dass immer mehr Jobs durch Computer oder Maschinen ersetzt werden können. Obwohl es noch in weit entfernter Zukunft liegt, stellen sich Menschen schon automatische Taxis vor, die ohne Fahrer fahren.

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Im Supermarkt werden Regale von Robotern aufgefüllt, an der Kasse sitzen keine Menschen – es gibt nur noch den Self-Checkout. Die Technik schafft Unglaubliches, reduziert in manchen Bereichen allerdings auch die Notwendigkeit des Menschen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese beiden Bereiche in der Zukunft noch weiter in die Quere kommen werden.

 

Wie sieht es mit der Sicherheit von künstlichen Intelligenzen aus?

Ein Horrorszenario, das oft in Filmen und Büchern dargestellt wird, handelt von Robotern, die die Menschen angreifen und die Weltherrschaft übernehmen möchten. Wie auch andere Horrorfilme, sind auch diese recht weit hergeholt. Ein Roboter tut natürlich nur das, wozu er programmiert wurde. Wenn ein Entwickler einen Roboter so programmiert, dass dieser Menschen angreifen soll, dann wird er dies tun. Wenn er von diesen Handlungen aber nichts weiß, wird ein Roboter nie von alleine anfangen, Böses zu tun. Die Aktionen, die Computer oder Roboter ausführen, hängen von der Programmierung durch den Menschen ab.

Die künstliche Intelligenz findet sich heute in fast allen Bereichen des Lebens wieder. Wir begegnen ihr überall auf der Straße, im eigenen Zuhause oder im Auto, immer steht uns ein Roboter oder eine Maschine zur Hand. Die Vorstellung, dass so vieles im Leben von Maschinen gesteuert wird, kann für manche Menschen angsteinflößend sein, stellt aber absolut keine Gefahr für das eigene Leben dar. Alle künstlichen Intelligenzen werden strengen Tests unterzogen, in welchen alle möglichen Ausgangsmöglichkeiten geprüft werden. Für die Zukunft ist eines allerdings sicher: der Anteil der künstlichen Intelligenz in unserem Leben wird immer weiter steigen.

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