Cortana: Der Sprachassistent von Microsoft

Auch bei Microsoft ist das Internet of Voice ein großes Thema. Wer Windows 10 nutzt, kommt um sie nicht herum: Cortana, die neue Voice Search Assistentin von Microsoft.

Die künstliche Intelligenz ist fester Bestandteil des neuen Microsoft-Betriebssystems und nimmt Fragen und Befehle ihrer Nutzer in gesprochener Sprache entgegen. Ihr Name ist angelehnt an die gleichnamige Figur aus der Spiele-Serie Halo, in der sie eine künstliche Intelligenz ist, die dem Spieler mit

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Rat und Tat zur Seite steht. Doch der smarte Sprachassistent kann noch mehr. Im Laufe der Zeit passt er sich immer mehr an die persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten des Nutzers an. So merkt er sich zum Beispiel Ihr Lieblingsrestaurant oder erinnert rechtzeitig an den bevorstehenden Flug. Das ist zwar überaus praktisch, birgt aber auch gewisse Risiken, vor allem wenn es um das Thema Datenschutz geht. Wir werfen einen Blick auf die Vor- und Nachteile des Windows Sprachassistent.

Cortana als Baby

Die Karriere als digitaler Sprachassistent begann im Jahr 2014. Damals war die Software nur auf dem Windows Phone vertreten. Mittlerweile ist die künstliche Intelligenz fester Bestandteil von Windows 10 und steht ihren Nutzern auch am Desktop zur Verfügung. Microsofts Voice Search basiert auf der hauseigenen Suchmaschine Bing. Andere Suchmaschinen wie zum Beispiel Google können nicht in Verbindung mit ihr genutzt werden. Auch bei der Browser-Wahl ist die digitale Assistentin eingeschränkt. Sie ist fest in Microsofts Windows 10 Browser Edge integriert. Dort kann sie zum Beispiel Öffnungszeiten finden, wenn man auf der Webseite eines Restaurants unterwegs ist, oder direkt im Browser anzeigen, wie das Wetter wird.

Suchen und Finden

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Anstatt also Suchbegriffe mühsam selbst in die Suchmaschine eingeben zu müssen, können Nutzer einfach sagen, wonach sie suchen wollen – oder es tippen, denn wenn kein Mikrofon zur Hand ist, lässt sich die Software auch per Tastatureingabe steuern. Trotzdem ist sie als digitaler Sprachassistent ein Teil des Internet of Voice. Mit dem Hotword „Hey Cortana“ lässt sich das Programm ganz ohne Klick starten. Die Funktion muss allerdings zuerst in den Einstellungen aktiviert werden. Navigieren Sie hierzu in das „Notizbuch“ und aktivieren Sie den entsprechenden Button. Auch Programme lassen sich bequem per Sprachsteuerung öffnen. Außerdem kann die digitale Assistentin Kontakte anrufen, SMS für Sie versenden, an bevorstehende Termine erinnern, Routen planen, Musik abspielen und den Wetterbericht anzeigen.

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Gemeinsam macht nicht einsam

Eine weitere praktische Funktion ist, dass sie verschiedene Geräte miteinander verbinden kann. Wenn Sie sich also sowohl auf Ihrem Windows-Smartphone als auch auf dem Windows 10-Rechner mit Ihrem Microsoft-Konto anmelden, verknüpft sie beide Geräte miteinander. So können Sie beispielsweise Ihre SMS-Kurznachrichten und verpasste Anrufe am Desktop-PC sehen oder auf dem Handy an Kalendereinträge erinnert werden, die auf dem Computer erstellt wurden.

Ein digitaler Assistent soll nicht nur praktisch sein, sondern auch Spaß machen. Zu diesem Zwecke verfügt die Sprach-Software über zahlreiche lustige Befehle und freche Antworten. Wer dies einmal selber ausprobieren möchte, kann die smarte Assistentin zum Beispiel dazu auffordern, ein Schlaflied zu singen oder ihre Jodel-Künste unter Beweis zu stellen. (Richtig gelesen: Sie kann auch jodeln!) Witzige Antworten gibt es auch auf die Fragen „Wer ist dein Vater?“, „Kannst du kochen?“ oder „Flirte für mich!“ Falls bei so vielen Möglichkeiten doch einmal Langeweile aufkommen sollte, kann die Sprachassistentin auch knifflige Rätsel und (etwas alberne) Witze erzählen. Probieren Sie es doch einmal selbst aus!

Kompatibel mit vielen Welten

Wie bereits erwähnt, lässt sich Microsofts digitaler Assistent nicht nur am Windows 10-Computer, sondern auch auf dem Smartphone nutzen. Dies gilt nicht nur für Window Phones. Auch Android– und iPhone-Nutzer können die Software auf ihrem Telefon installieren – bislang allerdings leider nur auf Englisch. Neben der deutschen und englischen Version gibt es die Software auch auf Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Japanisch.

Praktisch muss es sein

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Im „Notizbuch“ kann der Nutzer seine persönlichen Interessen und Vorlieben angeben, um die Assistentin optimal an seine Bedürfnisse anzupassen. Hier können Sie zum Beispiel Themenbereiche auswählen, über die Sie auf dem Laufenden gehalten werden möchten. Ist der Ortungssdienst aktiviert, merkt sie sich auch, welche Strecken Sie für gewöhnlich fahren, und kann Sie rechtzeitig über Staus und passende Umleitungen informieren. Damit all dies reibungslos funktioniert, braucht die Assistentin natürlich jede Menge persönliche Informationen über ihre Nutzer. Sie kennt die Kontakte in Ihrem Telefonbuch und alle Suchbegriffe, die Sie jemals eingegeben haben. Sie weiß, welche Termine in Ihrem Kalender stehen und an welchen Orten Sie sich wann aufhalten. Um Sie an bestimmte Termine wie zum Beispiel die Abflugzeit eines gebuchten Fluges erinnern zu können, scannt die Sprach-Software sogar den Inhalt Ihrer E-Mails. Auf all diese persönlichen Informationen kann dann auch Microsoft zugreifen. Konzerne sammeln persönliche Informationen über Ihre Nutzer zum Beispiel dazu, um Werbeanzeigen besser an den persönlichen Geschmack der Nutzer anpassen zu können.

Wer nicht möchte, dass Cortana Zugriff auf sämtliche private Informationen erhält, kann dies in den Einstellungen anpassen. Hier können Sie zum Beispiel einstellen, dass der Dienst keine persönlichen Empfehlungen wie zum Beispiel Restaurant-Vorschläge mehr geben soll. Wer Wert auf Datenschutz und einen bewussten Umgang mit privaten Informationen legt, sollte darauf achten, wie viel er von sich preisgeben möchte. So können Sie die praktische Assistentin nutzen, ohne sich allzu große Sorgen um Ihre Daten machen zu müssen.

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